Vorschulprogramm und Projekte

Die Vorbereitung auf die Schule ist Teil unserer Arbeit in der Elementargruppe. Die Kinder der entsprechenden Altersgruppe werden hierzu an einigen Tagen in der Woche als Gruppe extra zusammengefasst und gefördert. In der Vorschulgruppe geht es auch um eine Auseinandersetzung mit den Anforderungen, die in der Schule an die Kinder gestellt werden. Im Einzelnen werden die unterschiedlichen Erfordernisse und Regeln der Schule vorgestellt und erklärt, wie z. B., dass man sich melden muss, bevor man sprechen darf.

Die Neugier und Stärke für ihren neuen Lebensabschnitt Schule entwickeln die Kinder in besonderen Projekten, wenn sie sich vertiefend mit Themen ihrer Lebensrealität auseinandersetzen. Die Aktivitäten werden von den ErzieherInnen und den Kindern gemeinsam geplant und gestaltet.

Lernen in Projekten ist ein ganzheitliches, entdeckendes und forschendes Lernen. Die Projekte sind ergebnisoffen, es steht nicht schon vorher fest und ist auch nicht Ziel, dass die Kinder nach Beendigung eines Projektes z. B. ihren Namen schreiben können oder den Zahlenraum bis 10 beherrschen.

Im Folgenden werden beispielhaft einzelne Projekte beschrieben

Garten

Den Jahreszeiten folgend, können die Kinder ihr Wissen und ihre Fertigkeiten, entsprechend ihrem Alter vertiefen.

Im FRÜHLING wird der Boden aufgearbeitet, evtl. untersucht, ob Mängel bestehen ( PH-Wert messen). Es wird gesät und gepflanzt (wie viele Samen müssen in das Loch? Wie tief müssen die Samen unter die Erde?). Pflanzanleitung werden gelesen/vorgelesen, Rosen und Sträucher werden beschnitten, Tiere erwachen unter den Blättern aus dem Winterschlaf. Die Bienen müssen versorgt werden (welche Blumen und Kräuter sind Nahrung für unsere Bienen?), die Zugvögel kommen zurück und ziehen in die Nistkästen ein.

Im SOMMER werden die Beete gepflegt, das Unkraut entfernt (was ist eigentlich „Unkraut“, warum müssen wir es rausziehen, gibt es für unsere Pflanzen auch nützliche Kräuter?). Der Boden muss gelockert werden, die Pflanzen müssen gegossen werden. Erste Kräuter und evtl. auch Gemüse werden geerntet und verarbeitet. Die Bienen sind ununterbrochen am Nektar sammeln. Der erste Honig wird geschleudert (warum kommen die Bienen und Schmetterlinge zu uns an Bäume, Blumen und Sträucher?). Pflanzliche Abfälle kommen auf den Komposthaufen (wie entsteht neue Erde?)

Im HERBST wird Gemüse geerntet. Blumensamen werden gesammelt. Blumenzwiebeln werden für den Frühling gesetzt (wie lange dauert es bis diese Zwiebeln zu Blüten werden? Wie tief müssen wir die Zwiebeln setzen? Setzen wir sie einzeln oder in Gruppen?) Die Pflege der Bienen, der letzte Honig wird geschleudert.

Im WINTER werden die überwinternden Vögel mit Futter versorget und beobachtet. Eher selten werden Schneehütten gebaut.

Das ganze Jahr über lernen die Kinder mit allen Sinnen, sie konstruieren, gestalten, benutzen Werkzeuge und erleben Tiere in ihren Lebensräumen. Es werden mathematische Grunderfahrungen gemacht (wie viele Samen kommen in eine Loch, wie hoch werden die Pflanzen, wie viel Abstand usw.) und es ergeben sich Sprachanlässe, die Feinmotorik wird entwickelt, biologische und naturwissenschaftliche Erfahrungen werden gesammelt und auch die Kreativität kommt nicht zu kurz (wo braucht unser Garten noch einen bunten Klecks?).

Holzwerkstatt

In einem der Schuppen unseres Außengeländes haben wir eine Holzwerkstatt eingerichtet. In der Holzwerkstatt können die Kinder unter professioneller Aufsicht den Umgang mit Werkzeugen wie Hammer, Säge, Zange, Bohrer und Schleifpapier kennen lernen. Sie lernen die Beschaffenheit von Materialien, wie verschiedene Holzarten und Nägel kennen. Dabei lernen sie neue Begriffe (Sprachförderung), aber auch die Bedeutung von Zahlen, Mengen, Maßen (mathematische Erfahrungen).